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Published on 31 October 2024

Jost Hochuli

Jan-Tschichold-Preis 2003

JAN-TSCHICHOLD-PREIS FÜR BÜCHERMACHER JOST HOCHULI
Michael Guggenheimer, Zürich

Buchgestaltung in der Schweiz hat eine grosse Tradition und zeigt immer wieder neue Wege auf, wie Geschriebenes präsentiert werden kann. Einer, der Wegzeichen gesetzt hat, ist Jost Hochuli.

1975 wurde erstmals ein von Jost Hochuli gestaltetes Buch im Rahmen des Wettbewerbs ,Die schönsten Schweizer Bücher' prämiert. In der Zwischenzeit wurden weitere zahlreiche von ihm gestaltete Publikationen fast Jahr für Jahr ausgezeichnet, in manchen Jahren gleich drei. Der St. Galler Buchgestalter wurde im Rahmen des Wettbewerbs ,Schönste Bücher aus aller Welt' mit Bronze und Silbermedaillen ausgezeichnet, zudem erhielt er den Icograda-Ehrenpreis an der Internationalen Buchkunstausstellung IBA 1989 in Leipzig und zehn Jahre später den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig, die international höchste Auszeichnung im Bereich der Buchgestaltung.

Neben der von ihm gestalteten, über 80 Titel in sieben Sprachen zählenden Broschürenreihe zur Kultur in der Schweiz, herausgegeben von der Pro Helvetia, wächst sein Werk weiterhin stetig an. 58 Bände wird die von ihm gestaltete "Grosse kommentierte Frankfurter Ausgabe der Werke von Thomas Mann" zählen. Und: Vor 25 Jahren hat er mit Freunden die Verlagsgemeinschaft St. Gallen (vgs) gegründet. Über hundert Titel sind bei der vgs erschienen, ein mehrfach prämiertes Verlagsprogramm, das Hochuli als Verleger und als Buchgestalter gleichermassen geprägt hat.

Jost Hochuli war während sechzehn Jahren Leiter des Ausbildungsgangs für typografische Gestalter in St. Gallen. Er hat Standardwerke zur Buchgestaltung publiziert. Am bekanntesten ist seine Publikation "Das Detail in der Typografie", die in sechs Sprachen vorliegt. Im Jahr 2002 erschien das Buch "Jost Hochuli: Drucksachen, vor allem Bücher", in dem sein umfangreiches Werk und seine Gedanken zum Thema Buchgestaltung vorgestellt werden. Sein Buch "Buchgestaltung in der Schweiz" hatte eine im In- und Ausland gezeigte repräsentative Ausstellung über herausragendes Buchdesign aus der Schweiz zur Folge.

Buchgestalter Hochuli versteht sich als einer, der für den Leser da ist; ,Wenn der büchergestaltende Grafiker seine Tätigkeit als Dienst an der Sache, als Dienst an der Botschaft und am Wort sieht, wird er zu ganz anderen Ergebnissen gelangen, als wenn er in erster Linie das Verblüffende, das Noch-nie-Dagewesene sucht.' Und obschon er für verschiedene Schrifthersteller Schriftmusterbücher erstellt hat, meint er, dass, auch wenn heute zahlreiche Schriften vorhanden seien, sich der Leser der Schrift gegenüber generell konservativ verhalte. Selbst jene wenigen, die bereit seien, unkonventionell konzipierte Bücher zu goutieren, lehnten Experimente ab, die sich auf den Buchstaben beziehen. ,Den Leser interessieren nicht die Buchstaben an sich; er will nicht "schöne", "interessante", oder "moderne" Lettern sehen, sondern den Sinn der durch sie visualisierten Wörter möglichst mühelos aufnehmen.'