Awarded

Julia Born

Drei Publikationen

Grafikdesign

Jurybericht

Ideen radikal umsetzen
Die Schwei­zer Gra­fi­ke­rin Julia Born lebt in Ams­ter­dam. Seit Ab­schluss ihres Stu­di­ums an der Ger­rit Riet­veld Aca­de­mie ar­bei­te­te sie an ei­ge­nen Pro­jek­ten und für Kun­den in der Schweiz und in den Nie­der­lan­den. Die Gra­fi­ke­rin hat für den Eid­ge­nös­si­schen Wett­be­werb für De­sign sechs Bü­cher ein­ge­reicht, die als Auf­trag oder in Ei­gen­re­gie zwi­schen 2003 und 2006 ent­stan­den sind. Die Jury lobt Julia Borns kon­zep­tio­nel­le Art zu ge­stal­ten und schätzt, dass in der Grad­li­nig­keit eine ei­ge­ne Hand­schrift les­bar ist. Ihre Bü­cher zeich­nen sich unter an­de­rem durch ra­di­ka­les Um­set­zen einer Idee aus, die den In­halt wi­der­spie­gelt.
Die Pu­bli­ka­ti­on 'Of­off­joff – One To One' mit dem hol­län­di­schen Mo­de­de­si­gner 'JOFF' ist bei­spiel­wei­se viel mehr als ein Look­book. Die Gra­fi­ke­rin be­schreibt ihre jah­re­lan­ge Zu­sam­men­ar­beit mit 'JOFF' als ge­mein­sa­me Suche nach un­kon­ven­tio­nel­len Re­prä­sen­ta­ti­ons­for­men für Mode. Mass und Grös­se sind wich­ti­ge Ele­men­te der Kol­lek­ti­on und diese über­nimmt Julia Born auch für die Ge­stal­tung des Buchs. Sie ent­schied sich, die zehn Out­fits in Le­bens­grös­se zu zei­gen, auf­ge­teilt in acht bis zwölf Pla­ka­te. So wird jede Figur zer­schnit­ten und ge­bün­delt im Buch wie­der ge­ge­ben. Es ent­ste­hen auf jeder Dop­pel­sei­te neue Kom­bi­na­tio­nen und Ge­gen­über­stel­lun­gen aus Klei­dern, Kör­per­tei­len und Stof­fen. Die Pla­ka­te spie­len zu­gleich auf die Star­schnit­te der Ju­gend­zeit­schrift 'Bravo' an, wie auch auf das schritt­wei­se Ent­ste­hen eines Out­fits. Die Pu­bli­ka­ti­on 'Of­off­joff – One To One' ver­steht sich als Wei­ter­füh­rung und nicht nur als Do­ku­men­ta­ti­on der Mo­de­kol­lek­ti­on.
Im Aus­stel­lungs­ka­ta­log 'Le Nou­veau Siècle' über­nimmt Julia Born (mit Lau­renz Brun­ner) das Haupt­merk­mal des Aus­stel­lungs­orts – näm­lich des­sen Sym­me­trie – in die Buch­ge­stal­tung. Das Grach­ten­haus von 1672 folgt ganz den Re­geln der Sym­me­trie, auch dort, wo sie keine Funk­ti­on hat. So wur­den zum Bei­spiel fal­sche Türen ein­ge­baut oder Mus­ter er­wei­tert, nur um der Voll­endung zu ent­spre­chen. Die bei­den Gra­fi­ker über­neh­men die Idee der Sym­me­trie wie folgt: Sie glie­dern den In­halt streng und teil­wei­se zen­triert. Auch haben sie einen ei­ge­nen Bild­teil kon­zi­piert, worin sie Ob­jek­te und Orte im Haus zei­gen, die trotz sym­me­tri­scher Kom­po­si­ti­on eine Asym­me­trie in sich ber­gen. Der Titel des Um­schlags wird auf sei­ner Mit­tel­ach­se hin­ten und vorn als Klap­pe ein­ge­schla­gen. Durch die zwei­fa­che aber je hal­bier­te Dar­stel­lung des Ti­tels bleibt er als gan­zes auf dem Cover les­bar. Beide Buch­bei­spie­le zei­gen ex­em­pla­risch, wie Julia Born In­halt in Ge­stal­tung um­setzt.
Aria­na Pra­dal

Biografie

Julia Born
Geboren
1975
Ausbildung
Graphic Designer

Web

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