Unmittelbar, dringend, ungeduldig. Die gestalterische Unerschrockenheit der Keramikerin Elisabeth Langsch
Auf gegen 300 reich illustrierten Seiten visualisiert das mittelformatige Buch mit Softcover und buntem Schutzumschlag eindringlich die Praxis der Keramikerin Elisabeth Langsch (1933–2025), die trotz teilweise grosser Aufträge für Skulpturen im Architekturkontext eine Aussenseiterin des Schweizer Kunstbetriebs blieb. Vier bebilderte Essays und ein Gespräch ergeben in Kombination mit langen Bildstrecken sowie einem Werkverzeichnis und Lebensbericht ein umfassendes Porträt, das aber keine Einheit suggeriert. Vielmehr wechseln die Perspektiven auf die Werke dauernd – zwischen fertigen Skulpturen, Arbeitssituationen, Raum-Ansichten, formalen Details, Materialoberflächen und Farben –, und oft geht durch das Zu- oder Ausschneiden der Bilder die Grössenrelation verloren. Während viele Bilder in den Essays nach der Form der oft bunten Objekte wie von Hand ausgeschnitten sind, sodass der ungewöhnlich gross gesetzte Text unregelmässig darum herum läuft, erzeugen die Bildstrecken mit randabfallender Platzierung und zahlreichen ausklappbaren Seiten farbenreiche Bildräume, in denen die Orientierung bisweilen verloren gehen kann. Die Gestaltung spielt mit Gegensätzen wie professionell vs. amateurhaft oder kontrolliert vs. frei, die auch für das Werk von Langsch prägend waren. Manchmal müssen die ausgeschnittenen Bilder um ihren Raum im Text geradezu ringen, was sich auf das Ringen um künstlerische Anerkennung der Keramikerin beziehen lässt, deren Werke oft «nur» als Kunsthandwerk eingestuft wurden. Obwohl das Buch eine Rehabilitation anstrebt, wird Langsch nicht glorifiziert, sondern die Beurteilung ihrer vielseitigen Praxis bleibt der Leserschaft überlassen.
Herausgeber
Various
Autoren
Various
Gestaltung
Naima Schalcher, Zürich (CH)
Druck
TBS, La Buona Stampa, Pregassona (CH)
Verlag
Edition Hochparterre, Zürich (CH)
ISBN
978-3-909928-95-8
