Zum Hauptinhalt springen

Veröffentlicht am 28. Mai 2020

Über den Jahrgang 2002

Zum diesjährigen Wettbewerb "Die schönsten Schweizer Bücher" wurden 275 Publikationen, darunter 10 italienisch- und 48 französischsprachige Titel, eingereicht. Davon zeichnete die siebenköpfige Jury unter dem Präsidium von François Rappo in erster Linie nach gestalterischen Kriterien 33 schönste Schweizer Bücher des Jahrganges 2002 aus. Massgebend für die Beurteilung der Werke waren neben Idee und Konzeption die Typografie, die Qualität des Druckes und des Einbandes, die verwendeten Materialien sowie der Gesamteindruck der Publikation. Neben Kunst- und Bildbänden sowie Sachbüchern - die auch in diesem Jahr den Löwenanteil ausmachen - finden sich auch einige wenige belletristische und experimentelle Publikationen. Die Palette reicht von Programmheften in sehr grossen Auflagen bis hin zu in private-press herausgegebenen Publikationen in Kleinstauflagen.

Die Jurymitglieder haben zum dritten Mal ein "Buch der Jury" ausgewählt. Es handelt sich um den gradlinig und sehr subtil gestalteten Ausstellungskatalog "Olafur Eliasson. Movement Meter for Lernacken", der vom Büro groenland.berlin.basel (Michael Heimann und Dorothea Weishaupt) konzipiert und realisiert wurde.

Gleichzeitig verlieh die Jury den Jan-Tschichold-Preis, mit dem das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) kreatives und aussergewöhnliches Engagement im Bereich der Buchgestaltung auszeichnet. Der Preis ist mit 15'000 Franken dotiert und ging an das innovative Gestalterteam NORM, Dimitri Bruni und Manuel Krebs, Zürich. Mit diversen hervorragend gelösten Auftragsarbeiten sowie eigenen, sehr engagierten Buchprojekten leisten die jungen Buchdesigner einen beachtenswerten Beitrag zur Schweizer Buchgestaltung.

Das Bundesamt für Kultur (BAK) setzt nicht nur mit den Wettbewerbsresultaten alljährlich ein Zeichen für ein qualitativ hochstehendes buchgestalterisches Schaffen in der Schweiz, sondern betreibt mit der Vergabe von Gestaltungsaufträgen an junge Buchdesignerinnen und -designer auch direkte Förderung. Diese steht in engem Zusammenhang mit der allgemeinen Praxis der eidgenössischen Designförderung.

Der Wettbewerb "Die schönsten Schweizer Bücher" wird seit 1999 durch die Sektion Kunst und Design des BAK im Auftrag des EDI durchgeführt und steht zusätzlich unter dem Patronat der Schweizerischen Buchverlegerverbände.

Die vorliegende Publikation erscheint anlässlich der beiden Ausstellungen im Museum für Gestaltung Zürich und im mu.dac in Lausanne, in welchen alle 33 ausgezeichneten Bücher zu sehen sind.

Mirjam Fischer, BAK, Bern

Jury

François Rappo, 1955, Jury-Präsident, Lausanne.
Grafiker und Typograf. Tätig in den Bereichen Buchgestaltung und Schriftdesign, Corporate- und Ausstellungsdesign sowie Orientierungs- und Informations-Systeme. Seit 1996 Leiter der Abteilung Visuelle Kommunikation an der ECAL in Lausanne. Mitglied der Eidgenössischen Designkommission.

Julia Born, 1975, Amsterdam (NL) und Zürich
Grafikstudium an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam, nachher als selbständige Grafikerin tätig in Amsterdam und Zürich, hauptsächlich im kulturellen Bereich.Lehrtätigkeiten an der ECAL in Lausanne und der Gerrit Rietveld Academie.

Patrick Frey, 1951, Zürich
Studium der Ökonomie und Kunstgeschichte. Kunstkritiker, Ausstellungsmacher und Verleger von Künstlerbüchern. Schreibt und publiziert über Kunst und Künstler der Gegenwart, übec Fotografie und über Phänomene der Alltagskultur. Ab 1983/84 Kabarett und Theater sowie Projekte für Radio und Fernsehen.

Ursula Hiestand, 1936, Zollikon

Visuelle Gestaltarin. 1960-81 Gründung und Leitung des Studios E.+U. Hiestand. Aufträge aus Wirtschaft und Kultur in unterschiedlichsten Gebieten der visuellen Kommunikation. Seit 2001 Präsidentin der Aufsichtssektion der Allgemeinen Berufsschule für Gestaltung Zürich.

Hans-Jürg Hunziker, 1938, Paris (F)

Gelernter Schriftsetzer. Arbeitete bei Mergenthaler Linotype in New York, dann bei Adrian Frutiger in Paris. Seit 1976 tätig als freier Typograf. Schriftunterricht an der Schule für Gestaltung Zürich und Studienleiter im Atelier national de création typographique in Nancy.

Karel Martens, 1939, Arnhem (NL)
Seit 1961 als visueller Gestalter in den Bereichen Buchkunst und Typografie für verschiedenste Auftraggeber tätig. Lehrtätigkeit an der Jan van Eyck Academy in Maastricht. 1996 ausgszeichnet mit dem Dr. A. H. Heineken Prize for Art. Gründer vom Werkplaats Typografie in Arnhem.

Susanna Stammbach, 1957, Basel

Gelernte Handsetzerin und typografische Gestalterin . Unterrichtet und unterrichte u. a. an den Hochschulen für Gestaltung und Kunst in Zürich und Luzern und an der Scuola universitaria professionale della Svizzera Italiana in Lugano. Seit 1991 eigenes Atelier in Basel.