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Veröffentlicht am 13. Mai 2026

The House of Dr Koolhaas

Ein gut 200-seitiges Taschenbuch über ein Frühwerk des niederländischen Star-Architekten Rem Koolhaas wird durch symbiotisches Zusammenspiel von editorischer und gestalterischer Konzeption zu einem für den Fachbereich fremdartigen Objekt im Stil eines Schundromans. Die Autorin (und zugleich Mitherausgeberin einer Serie, die mit diesem Buch beginnt) nähert sich dem Gebäude zwar historisch und theoretisch, präsentiert ihre Befunde aber als romanartige Erzählung über einen rätselhaften Fall. Die Gestaltung visualisiert diesen Ansatz bereits auf dem glanzlaminierten Umschlag, der mit geprägter Titelschrift und einer vierfarbigen Illustration des partiell erleuchteten Hauses im Mondschein genretypische Spannung verspricht. Auch eine reisserische Inhaltsangabe auf dem Backcover und werberische Zitate betonen, dass hier der Architekturdiskurs für einmal einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden soll. Im Vergleich dazu wirkt die eher ruhige Gestaltung des schwarz-weissen Innenteils dann fast so, als wäre der Umschlag zur Täuschung angebracht worden, doch der Zusammenhang ergibt sich aus dem konsequent verfolgten Ansatz einer Text- und Bilderzählung. Alle Seiten sind in einspaltigem Satz mit einer Serifenschrift vollständig gefüllt, und viele haben ein bis drei schwarz-weisse Bilder, die eine faszinierende Spurensuche zu kunst-, kultur- und architekturhistorischen Zusammenhängen ergeben. Das narrative Zusammenspiel von Text und Bildern gelingt trotz der kleinformatigen Seiten ausgezeichnet, und beständig wechselnde Layouts mit zwei verschiedenen Bildbreiten sowie einzelnen ganzseitigen Bildern lassen in keinem Moment Langeweile aufkommen.

Herausgeber
Thomas Weaver, London (UK)

Autorin
Françoise Fromonot, Paris (FR)

Gestaltung
John Morgan studio – John Morgan, Teresa Lima, Adrien Vasquez, London (UK)

Druck
Nørhaven, Viborg (DK)

Verlag
Park Books, Zürich (CH)

ISBN
978-3-03860-407-5