Simone Holliger, 1986
Kunst
Jurybericht
Simone Holliger schafft grossformatige Skulpturen aus Papier, die wie riesige Modelle oder Ahnenfiguren scheinen. Die Formen bestehen aus zusammengeklebten Papierstücken. Ihr Gleichgewicht ist fragil und mit ihrer gewollt gebastelt wirkenden Beschaffenheit erinnern sie an Alberto Magnellis Bilder oder an die Modelle von Thomas Demand. Wie John Chamberlain mit seinem verformten Blech schöpft Simone Holliger aus den Zufällen des bearbeiteten Papiers die poetische Kraft ihres Werks. Die matte Oberfläche der Objekte bildet einen Kontrast zum glänzenden – ebenfalls aus Papier bestehenden – Überzug der drei Wände. Mit dieser ehrgeizigen und sensiblen Installation schafft die Künstlerin eine persönliche und beherrschte Ästhetik der Verletzlichkeit.

