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Simone C Niquille

Transdisziplinär, hybrid, komplex

Simone C Niquille (*1987 in Zug, lebt und arbeitet in Amsterdam NL) arbeitet an der Schnittstelle von Design, Forschung und Lehre und gehört zu einer Generation von Gestalterinnen, die digitale Technologien nicht nur anwenden, sondern kritisch befragen. Ihre transdisziplinäre Praxis verbindet Design mit Architektur, Medienforschung, Philosophie und Anthropologie.

Ausgebildet in Grafikdesign in den USA und am Sandberg Instituut in Amsterdam, entwickelte Niquille früh ein Interesse an Fragen der Identitätskonstruktion, Überwachung und Standardisierung. In Filmen, Installationen und Forschungsprojekten untersucht sie, wie digitale Systeme Körper, Räume und Wirklichkeit erfassen und dabei bestehende Macht- und Wissensstrukturen reproduzieren. Neben ihrer eigenen gestalterischen Praxis engagiert sich Niquille intensiv in der Wissensvermittlung.

Die Eidgenössische Designkommission hebt hervor, dass Niquille als erste Preisträgerin in der Kategorie Media & Interaction Design für eine hybride, transdisziplinäre Praxis steht, die gesellschaftliche Folgen digitaler Standardisierung, Vorurteile in Technologien und die Grenzen maschinellen Sehens thematisiert. Damit leistet sie einen entscheidenden Beitrag zu einem Designverständnis, das Technologie nicht als neutral, sondern als kulturell und politisch wirksam begreift und unsere Sicht auf die digitale Welt nachhaltig prägt.