Mirkan Deniz, 1990
Kunst
Jurybericht
Mirkan Deniz’ Installation überzeugte die Jury durch ihre schlichte, jedoch höchst kalibrierte Herangehensweise, die komplexen Themen wie Kriegsführung aus Distanz und die Unterdrückung der kurdischen Minderheit in der Türkei unsentimental und mit einer bewussten Sparsamkeit der Mittel verhandelt. Die Arbeit konfrontiert uns mit einem traumatischen Ereignis, dem Angriff eines Militärpanzers auf ein Privathaus, von dem wir jedoch kein Bild sehen und das uns stattdessen exemplarisch über Index und Symbol vor Augen geführt wird. Der präzisen und zurückhaltenden Geste des Hinweisens anstelle von Darstellung und Pathos ist ein Potential zum Weiter- und Mitdenken eigen, also eine Ethik des Blickes, während die Installation eine grosszügige und spannungsvolle Durchlässigkeit im Raum entstehen lässt.

