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La Via Lattea

Musikalische Pilgerreisen mit der Landschaft als Schauplatz

La Via Lattea steht für ein kulturelles Projekt zwischen Musik und Disziplinen wie Theater, Literatur oder Film im ständigen Dialog mit dem Territorium. 2004 vom Tessiner Komponisten Mario Pagliarani im Rahmen seines Teatro del Tempo gegründet, schafft es Hörerlebnisse an ungewöhnlichen Orten zu ungewohnten Zeiten.

Das Format ist ein Parcours, der zu Fuss zurückgelegt wird: Konzerte, Lesungen, Performances finden in Wäldern, Feldern, Gruben, auf Brücken oder in Gebäuden von architektonischem Interesse statt. Die aus der Schweiz und der weiteren Welt anreisenden Teilnehmenden – «Viandanti» genannt – wirken als Pilgerschaft an der Partitur mit, die Programme sind wie Kompositionen konzipiert, die Landschaft bildet den Schauplatz. Zwischen den Stationen wird gewandert, diskutiert, zugehört wie auf einem Pilgerweg. Die Frage, die La Via Lattea durchzieht, könnte lauten: Gibt es eine geheime Beziehung zwischen Musik und Universum?

So entsteht ein Zusammenspiel von Kultur und Natur, das die Wahrnehmung für zeitgenössische wie historische Schöpfungen schärft. Stets unterwegs, auf Entdeckung der Musik und von sich selbst: die Welt als grosse Partitur, wo alle gleichzeitig komponierend und interpretierend mitwirken.

Auszug Jurybegründung

Die stetige Entwicklung dieses Festivals, das sich auf Kontinuität und konkrete Wirkung vor Ort stützt, macht es zur festen Grösse in der Tessiner Kulturlandschaft und zum Modell dafür, wie künstlerisches Erforschen neue Formen der Teilhabe erschaffen kann.