Coline Sunier & Charles Mazé
Jan-Tschichold-Preis 2026
Neben den «Schönsten Schweizer Büchern» vergibt das BAK seit 1997 den Jan-Tschichold-Preis an eine Persönlichkeit, eine Gruppe oder eine Institution für hervorragende Leistungen in der Buchgestaltung. In diesem Jahr geht der mit 25 000 Franken dotierte Preis an das französisch-schweizerische Duo Coline Sunier & Charles Mazé.
Coline Sunier (1984, CH/FR) und Charles Mazé (1982, FR) bilden zusammen ein Duo in Grafikdesign und Typografie. Nach Aufenthalten in den Niederlanden, in Belgien und Italien leben sie heute in Marseille und Paris. Beide erhielten ein Stipendium der Académie de France à Rome – Villa Médicis. Coline Sunier unterrichtet am Institut supérieur des arts et du design de Toulouse (isdaT), darüber hinaus ist sie an der Genfer Hochschule für Kunst und Design HEAD tätig. Charles Mazé betreut Forschungsprojekte am Atelier national de recherche typographique (ANRT) in Nancy. Ihre Arbeit wurde mit dem «Prix Fernand Baudin» (2011, 2013), dem «Prix unique du livre» (2021, 2025) und im Rahmen der Wettbewerbe «Schönste Bücher aus aller Welt» (Silbermedaille, 2022) und «Die schönsten Schweizer Bücher 2024» ausgezeichnet.
Ihre Herangehensweise zeichnet sich durch einen kritischen und pädagogischen dokumentarischen Ansatz aus. Sie betrachten Zeichen, Schriften und Typografie als kulturelle, soziale und politische Fakten und positionieren Grafikdesign als Forschung und als Vermittlung von Formen. Mit besonderem Augenmerk auf Schriftanwendung, Archivierung und Kontext verbinden sie formalen Anspruch mit konzeptueller Reflexion und erforschen das Grafikdesign an der Schnittstelle von Wissenschaft, Publikation und Lehre.
Durch ihre Zusammenarbeit mit zahlreichen Kulturinstitutionen sowie Kunst- und Designschulen, insbesondere in Frankreich, der Schweiz und Italien, fördern sie den Austausch und Wissenstransfer und tragen zur Erneuerung des Grafikdesigns aus einer kollektiven, transdisziplinären Perspektive bei.






















