Hannah Weinberger, 1988
Kunst
Jurybericht
Klang, Geräusche und letzthin auch Sprache sind Hannah Weinbergers bevorzugte Mittel, die sie in der Arbeit «milk in first» zu einer immersiven Situation verwebt.
Das Setting ist denkbar simpel: In einer leeren weissen Koje hängt die Soundquelle über den Köpfen der Betrachterinnen und Betrachter, die hörend selbst Teil der Installation werden. Die Klangspur kombiniert in präzis virtuoser Art alltägliche Tonfragmente mit einem gesprochenen Text, der sich jenem Vokabular annimmt, mit dem etwa Sportlerinnen und Sportler oder Managerinnen und Manager zur Steigerung ihrer Leistung angetrieben werden. Weinberges parodistischer Kommentar auf diese Selbstoptimierungsstrategien entfaltet im Kontext des faktischen Wettbewerbs um die Swiss Art Awards besondere Brisanz, wirft er doch grundsätzliche Fragen zum Dasein von Kunstschaffenden auf.

