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Veröffentlicht am 13. Mai 2026

Agnes von Ungarn, 1280–1364. Die einflussreichste Habsburgerin des Mittelalters

In dieser handlichen Biografie der Habsburgerin Agnes von Ungarn aus dem 14. Jh. verbindet die Gestaltung historische Referenzen mit zeitgenössischen Gesten zu einer kohärenten Form. Zum historischen Set-up gehören u.a. das kleine Buchformat, der Samt-Einband, das aufgeklebte Titelbild aus dem 16. Jh., das Buchzeichenband und der manchmal nach oben und zur Mitte gerückte Satzspiegel. Auf dieser Grundlage erfolgt eine Reihe von gezielt unstimmigen Interventionen – programmatisch bereits auf dem blauen Umschlag. Hier kommt der zeitgenössische Anspruch des Buchs prägnant in dem grossen, serifenlos gesetzten Namen «Agnes» zum Ausdruck, der nicht nur den kleinen Autorennamen an den Rand drängt, sondern auch den Namen «von Ungarn», welcher in einer Serifenschrift innerhalb des Titelbildes über Agnes und ihrem Haus erscheint. Im Innern des Buches ist z.B. der Platz für die historisch typischen Schmuck-Initialen an den Kapitelanfängen ausgespart, bleibt aber leer, und ein auf gestrichenem Papier eingefügter Bildteil mutet vom Layout her zwar historisch an, verwendet aber eine serifenlose Schrift für die Bildlegenden. Der Satz des Mengentextes erzeugt mit einigen persönlichen Wendungen einen starken Rhythmus, der aber nicht überwältigend wird. Obwohl der weiche Einband und die ausgezeichnete Lesbarkeit eine direkte, fast intime Beziehung zur Betrachterin und zum Betrachter herstellen, resultiert doch ein changierendes Objekt, dessen Identität nicht auf die Schnelle festzustellen ist. Dies passt sehr gut zu der schillernden Protagonistin, deren ambivalentes Verhältnis zu Haus und Herrschaft das Titelbild in der Schwebe belässt.

Herausgeber
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Autor
Bruno Meier, Baden (CH)

Gestaltung
Naima Schalcher, Zürich (CH)

Druck
DZA Druckerei zu Altenburg, Altenburg (DE)

Verlag
Hier und Jetzt Verlag, Zürich (CH)

ISBN
978-3-03919-640-1